Nun ich beginne am besten damit wie ich Gertrude getroffen habe, denn was vorher war möchte ich am liebsten vergessen. Es war einer dieser saukalten Spätherbst-Tage, ich saß einsam und verlassen im Schnee unter einen Container welcher  als Ausweichquartier für die Post diente. Mir war irrsinnig kalt, ich hatte Hunger und eigentlich  war ich total am Ende. Tja, da fand mich Gertrude und nahm mich kurzerhand mit in die warme Stube, sie teilte sogar ihr Frühstückskipferl mit mir. Trudel (ich darf sie so nennen!) und ich waren gleich ein Herz und eine Seele. Leider holten mich ein paar Herren von der Tierrettung wieder ab. Trude sagte noch das man sie verständigen sollte wenn sich kein Besitzer meldet, denn dann werde sie mich holen. 

Nun was soll ich sagen, dass haben die wohl vergessen, denn ich kam zu einen anderen Frettchenfreund. Der hatte ja schon ein Frettchen, aber so etwas wie mich hatte der noch nicht gesehen. Ich war , da ich schon Monate in der Wildnis überlebte, einfach zu wild. Also war ich schneller wieder im Tierheim als ich schauen konnte. Dort war  schon Trude und machte mächtigen Stunk weil man sie nicht verständigte. Aber was soll's jetzt hatte sie mich ja und nahm mich mit nach Hause. Leider war sie da nicht ganz allein, da war so einer der roch auch nach Männchen. Aber er baute mir eine ganz tolle Vollere, wenn er sich damit bei mir einschleimen wollte so ist Ihm das gelungen. Ja und Kinder gab's da auch, aber nach ein paar Liebesbissen in die Zehen (das ist so eine Art Sport von mir), behandelten die mich auch gleich mit den gebührenden Respekt. Und irgendetwas ist da noch im Kinderzimmer, da darf ich nicht rein. Ich hab den Verdacht Corinna hat ein Meerschweinchen, also das hätte ich zum Fressen gerne.

Aber wie immer im Leben, wenn alles super läuft kommt etwas und wirft dich wieder zurück. Ich wurde sehr krank. Trude brachte mich zum Tierarzt der mich operierte. Anfangs lief dann auch wieder alles ganz prächtig, aber so gut hatte der nicht gearbeitet Denn nach einiger Zeit wurde ich wieder sehr schwer krank. Diesmal ging es gleich in die Veterinär-Medizinische Universität. Der Arzt dort schüttelte nur besorgt den Kopf und meinte es bestünde nur eine ganz geringe Chance für mich, die Operation währe sehr teuer und er müsse uns sagen das er nicht daran glaube das ich aus der Narkose wieder aufwache. Gott sei Dank, kam da Paul und sagte das Ihm das Geld keine Rolle spiele und Sie sollten alles versuchen um mich zu retten.

Ich war über eine Woche dort und kämpfte wie ein Löwe. Mehrmals sah ich das helle Licht am Ende des Tunnels, aber ich gab nicht auf. Ich bin Rocky, ich habe Monate in Freiheit überlebt, ich habe Ratten und Dreck gefressen, wäre fast erfroren und und und ...... Nein das haut mich nicht um, dass nicht. Und ich kam wieder auf die Beine, wenngleich auch sehr wackelig. Als mich meine Leute holen kamen sagte ihnen der Arzt noch Sie hätten alles getan, ich sei zwar noch nicht ganz über den Berg, aber jetzt hätte ich wieder alle Chancen.

Ich weiß nicht was es war, das liebe zuhause, oder gar die Tatsache das ich mittlerweile wohl das teuerste Frettchen der Welt war (Kunststück bei den Arztrechnungen!). Ich wurde wieder ganz gesund.

Obwohl so ganz der Alte bin eigentlich noch immer nicht, wo ist die Panik meiner Mitbewohner wenn ich meine Vollere verlasse? Früher haben sie alle fluchtartig das Zimmer verlassen oder Ihre Füße in Sicherheit gebracht. Auch finde ich keine so tollen Verstecke mehr, die haben Trudes Handy doch glatt schon nach zwei Stunden gefunden, obwohl ich es doch so gut versteckt hatte.

Aber ich komme wieder,  ......  he, he was ist das denn ????   Ich glaub ich muss jetzt Schluss machen. Da hat doch glatt jemand den Autoschlüssel am Wohnzimmertisch liegengelassen. Also den werd ich mal unter der Musikbox verstecken, denn da gehört er doch schließlich hin oder .........  ???

Das Ende der Geschichte